
Ein Dokumentarfilm von Gerburg Fuchs D 2024, 52. Min / Musik Kai Liu
Am nördlichen Rand von Dresden liegt die "Gartenstadt" Hellerau, mit einem Festspielhaus als kulturellem MiKelpunkt: Eine durchgrünte Kleinstadt, die ihre Entstehung ab 1908 den Ideen der Lebensreformbewegung verdankt.
Hellerau, ein Ort der Moderne in Sachsen, wird als Sozialutopie und Gesamtkunstwerk beschrieben - als Ort, an dem das Zusammenwirken der Künste eine wichYge Rolle im täglichen Leben spielte. Vom Handwerk kamen Impulse für das Ideal des Bauens. Es entstand hier das Modell eines gemeinscha\lichen Lebens auf der Basis humaner, gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse, des sozialen Ausgleichs und einer Kultur, die für alle da war. Hier entwickelte sich ein neues Design und eine neue Architektur, eine Reform der musischen Bildung, der kulturellen Teilhabe, und eine avantgardisYsche Bühnenkunst, wozu der
Komponist und Musikpädagoge Émile Jaques- Dalcroze mit seiner rhythmischen GymnasYk einen wesentlichen Beitrag leistete.
Wie können wir anders produzieren, anders
leben? Welche Rolle spielen Bildung und Kultur? In dem
Dokumentarfilm "Rhythmische Räume" werden Elemente und
Verflechtungen dieser einzigarYgen Idee Hellerau sichtbar.
Gegenwart und Geschichte begegnen sich in einem Dialog, der den
Zusammenhang von Vergangenheit und Gegenwart verdeutlicht.
Fragen nach Bildung, Kunst und Architektur, werden zu Fragen
nach unseren Einstellungen und unserer Lebensweise heute.
Die Geschichte von Hellerau ist geprägt von Persönlichkeiten und Visionären, deren Ansichten damals stark von der Gemeinscha\, von ParYzipaYon und der GleichberechYgung aller, insbesondere der Frauen beeinflusst war. Wie eine Verheißung leuchtete kurze Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts über Hellerau das Zeichen eines humanisYschen Aufruchs in eine neue Ära. Aufgrund der poliYschen Verhältnisse scheiterte das Experiment jedoch nach wenigen Jahren, auch wenn seine Ziele gerade heute wieder drängend aktuell sind.
Die RekonstrukYon der historischen Appia-Bühne im Festspielhaus, dem heuYgen Europäischen Zentrum der Künste, würdigt die eigene Geschichte und präsenYert zugleich zeitgenössische PerspekYven auf Tanz, Performance und Musik. Dass Hellerau bis heute ein gepflegter historischer Ort geblieben ist, ist nicht nur den Denkmalschützern zu verdanken, sondern auch den Deutschen WerkstäKen, dem Bürgerverein Hellerau und dem Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU.
Die Filmemacher Gerburg Fuchs und Niels Bolbrinker (2018 - 2023) verfolgen seit 2018 das Hellerauer Leben in den Bereichen Kunst/Kultur und Arbeit/Leben. Sie recherchierten in historische Quellen, führten Interviews, spürten dem "Geist" von Hellerau nach, und produzierten umfangreiches Filmmaterial.
Am 29. Oktober 2024 konnte in HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste die Premiere des Dokumentarfilms „Rhythmische Räume“ gefeiert werden, der das bedeutende Lebensreformprojekt Hellerau zum Inhalt hat. Erstmals wird filmisch eine Gesamtschau der Hellerauer Ideen und Visionen, des Ortes und seiner Bewohner*innen in einer zeitlichen Klammer von Vergangenheit und Gegenwart gewagt. Im Fokus steht die Modernität der über 100 Jahre alten Gründungsgedanken und die Frage nach der Hellerauer IdenYtät.
Termine / Informationen / DVD kaufen ...
