„Die Kunst des Stillwerdens“ zeigt Entwicklung und Herangehensweise in der Arbeit Elsa Gindlers (1885–1961). Gindler verstand sich selbst als Pionierin der Körperbildung und gehörte zu den wichtigen Protagonisten einer auf kulturelle Veränderung abzielenden Reformbewegung in der Weimarer Republik. Auf Grundlage von Beobachtungen formulierte sie allgemeine und einfache Prinzipien, die die Teilnehmenden ihrer Kurse zur Auseinandersetzung mit sich selbst anregten. Ihre Arbeit war während des Nationalsozialismus kaum noch möglich. Die Zerstörung ihres Berliner Ateliers durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg führte zum vollständigen Verlust der von ihr gesammelten schriftlichen und bildlichen Dokumentation ihrer Arbeit.
Die mit der Ausstellung angeregte Rekonstruktion ihres Wirkens und ihrer Ideen bietet Anknüpfungspunkte sowohl für bildungs- und kulturhistorisch Forschende als auch für alle, die gegenwärtig am psycho-physischen Lernen interessiert sind. Gindlers Versuche, „still zu werden“ und wahrzunehmen, was wir empfinden, erlauschen, denken und tun, können nicht nur für Bewegungsforscher*innen aufschlussreich sein.
Ausstellungsorte:
BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF,
Berlin - 15. Oktober bis 12. Juli 26
